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Der Zwergpinscher - damals bis heute

Wer über „seine“ Hunderasse schreibt, muss klar unterscheiden zwischen den Zeiten vor – und nach der stammbuchmäßigen Zucht.

Einen dem heutigen Pinscher (und auch dem Schnauzer) sehr ähnlichen Hundetyp gab es bereits vor ca. 5000 Jahren in der Jungsteinzeit in den Siedlungen der Pfahlbauer. Diesen hat der Schweizer Paläontologe Karl Ludwig Rütimeyer als „Torfhund“ (Canis familiaris) beschrieben. Anhand der Vergleiche der Kopfformen zwischen Pinschern und Torfhunden konnte er frappierende Ähnlichkeiten feststellen. 

schaedel-torfhund schaedel-Pinscher
Schädel eines Torfhundes aus der neolithischen Pfahlbausiedlung Lattringen am Bielersee.
(Quelle: Schnauzer-Pinscher, Dr. Hans Raeber)
Schädel des pfs-farbenen Pinschers Jörg v. Jonatal
(Quelle: Schnauzer-Pinscher, Dr. Hans Raeber)

 Allerdings ist eine direkte Verwandtschaft nicht beweisbar, da die Zwischenglieder vom Torfhund zu den heutigen Rassen fehlen. Was man jedoch mit Sicherheit behaupten kann ist, dass unsere heutigen Pinscher und Schnauzer anatomisch fast völlig dem Hund der Pfahlbauer vor ca. 3000 bis 4000 Jahren entsprechen. Der Pinscherschädel unterscheidet sich vom Torfhundschädel lediglich durch die etwas breitere Schnauze und die etwas weitere Auslage des Jochbogens, beides Merkmale, die bei Schnauzern und Pinschern variieren können.

Somit kann man feststellen, dass unsere Standardrassen einen Typ des Haushundes repräsentieren, der sich schon frühzeitig bei der Domestikation herausgebildet hat, ein etwa mittelgroßer, beweglicher Hund ohne anatomische Übertreibungen.

Die Geschichte einer Hunderasse geht eben so weit zurück, wie über sie entsprechende Fakten und Dokumente vorliegen. Für unsere Pinscher bedeutet dies eben bis zurück in das letzte Viertel des 19. Jahrhunderts.

(nach Räber: Schnauzer – Pinscher, Kynos Verlag, 1987)

In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann man aus den vorhandenen Landschlägen die heutigen Hunderassen herauszuzüchten. Bereits 1835 beschreibt Dr. Reichenbach vier Hauptrassen und erwähnt hierbei vor allem auch den „Rauhen Pinscher“ und den „Glatten Pinscher“. Im Jahr 1884 veröffentlicht der Hamburger Tiermaler Jean Bungartz ein Buch, in dem er 56 verschiedene Hunderassen beschreibt und mit seinen Zeichnungen darstellt, darunter auch den rauhaarigen und den glatthaarigen Pinscher. 

 

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Deutscher Zwergpinscher "Betty" und Deutscher Pinscher"Uli", gezeichnet von Jean  Bungartz 1888
(Quelle: Schnauzer und Pinscher, Heinz Höller)

Seit den Anfängen der kynologischen Bewegung sind rau- und glatthaarige Pinscher immer als eine eigenständige Rasse betrachtet worden, ein eindeutiges Indiz dafür, dass sie schon geraume Zeit heimisch gewesen sein müssen.

In dem 1876 erschienen Buch von Dr. Leopold Fitzinger „Der Hund und seine Racen“ werden eine Reihe von Pinscher-Varietäten beschrieben, insbesondere der „Seidenpintsch“, der in seiner Beschreibung auf den Affenpinscher hinweist, der „kleine Pintsch“ und der „rauhe Pintsch“. Die Merkmale des „großen Pintsch“ beschreibt Fitzinger wie folgt:

Verschiedene Größen, Kopf etwas länger, Stirn schwächer gewölbt Schnauze mehr gestreckt, niederer uns spitzer, der Leib minder voll, Haar mehr glatt-zottig, abstehend und grob. Das Gesicht mit langen Haaren besetzt, welche unter der Schnauze länger sind und eine Art Bart bilden. Die Färbung ist meistens auf der Oberseite des Körpers und der Außenseite der Beine und an der Schnauze rötlich oder bräunlichgelb und oberhalb der Augen kleine, ebenso gefärbte Flecken, Ohren und Schwanz gestutzt. Er wurde als Stubenhund und Hirtenhund gehalten.  

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Glatthaariger Zwergpinscher, zwei Seidenspitze, Affenpinscher und Harlekin-Zwergpinscher, gezeichnet von R. Strebel
(Quelle: Die Deutschen Hunde -Band 1- von Richard Strebel 1904/1905)

 Wesentliche Elemente von Pinschern und Schnauzern wurden hier bereits niedergelegt.

Den „glatten Pintsch“ beschreibt Fitzinger als dreifachen Bastard gemischter Kreuzung.

Gebräuchlich wurde der „glatte Pintsch“  auch als „Rattler „ bezeichnet.

Pinscher und Schnauzer wurden gemeinhin als muntere, lebhafte Hunde dargestellt, die man sowohl in der Stube als auch in Pferdeställen gerne hält und der bei der Haltung mit Pferden zu diesen eine ganz besondere Zuneigung gewinnen kann. Sie waren mutig und wurden auch für die Jagd auf Dachse und Füchse verwendet. Doch besonders eignete er sich, einmal darauf abgerichtet, als Rattenfänger.

Noch 1884 veröffentlichte R. v. Schmiedeberg als Nachtrag seiner Übersetzung des englischen Hundebuches von Dr. W. Gordon Stables „Rassekennzeichen von Pinschern“ einige Anmerkungen. Er beschreibt, dass es sich beim Pinscher um eine Rasse handelt die in Deutschland beheimatet ist, über deren Stammväter jedoch die verschiedensten Aussagen gemacht werden und dass zu seiner Zeit nicht mehr feststellbar war, wann und wo sich die Pinscher in eine kurz- und eine rauhaarige Unterrasse aufgeteilt haben.

Untrennbar mit der Geschichte der Pinscher und Schnauzer ist der Name Josef Berta verbunden. Er gründete 1895 den Pinscher-Klub, aus dem der heutige Pinscher-Schnauzer-Klub (PSK) hervorgegangen ist. 1902 veröffentlichte der Pinscher-Klub den 1. Band des „Pinscherzuchtbuches“. Im Vorwort schreibt Josef Berta:

Als der Unterzeichnete im Frühjahr 1895 einen Aufruf zur Gründung eines Pinscher-Klubs erließ, gab es der berufenen Züchter und Liebhaber unseres braven vaterländischen Hundes herzlich wenig. Der Schnauzer, der bedeutendste Repräsentant der großen Pinscherfamilie, war ein kynologisches Stiefkind und fristete unter den vornehmen, hochgeachteten Fremdlingen achtlos und kümmerlich sein Dasein. Planlosigkeit und Verwirrung herrschte in seinen Reihen, kein einheitliches züchterisches Bild fesselte den Beschauer, kein greifbarer Typus reizte den praktischen Sportsmann, seine Erfahrungen und seinen Eifer an diesem hoffnungslosen Gesellen zu versuchen.

Noch schlimmer sah es bei seinem kurzhaarigen Vetter aus – er war völlig vergessen und verschollen, während die bunte Schar der Zwerge in ihrer Vielgestaltigkeit heute noch (Anm.: man bedenke – 1902!!) viel zu wünschen übrig lässt. Es war keine leichte Aufgabe für den Pinscher-Klub, in jener Zeit, als zahlreiche hochentwickelte fremde Rassen im Vordergrunde der deutschen Kynologie und in schier uneinnehmbarer Position standen, unserem rückständigen heimischen Hund die Bahn frei zu machen und die verdiente Anerkennung und Beachtung zu verschaffen. Und in der Tat ging es langsam genug vorwärts.


Als eines der vornehmsten und wirksamsten Mittel zur Erreichung seines Zweckes galt ihm stets ein umfassendes Zuchtbuch, ein Kompendium alles dessen, was züchterische Wahl und Erfahrung versucht und erreicht hatte, und mit hoher Genugtuung erfüllt es ihn darum heute, den ersten grundlegenden Band einer langen und mühevollen Sammelarbeit herausgeben zu können. Es wird für den denkenden Züchter eine Fundgrube wichtiger Voraussetzungen, Winke und Anregungen sein und ihm manche Enttäuschung ersparen, er möge auch dazu beitragen, unseren vortrefflichen nationalen Hund auf die hohe Stufe züchterischer Vollkommenheit zu heben, die er mit Recht zu beanspruchen hat.

1901 hatte der Pinscher-Klub 59 Mitglieder, 1902 waren es derer dann schon fast 120!

Warum in Deutschland im Gegensatz zu England, erst recht spät mit der planvollen Zucht von Hunderassen begonnen wurde lässt sich recht einfach erklären – die Engländer hatten, insbesondere politisch gesehen, mehr Zeit sich mit der Zucht von Hunden zu befassen. War doch deren Beginn in eine Zeit wirtschaftlichen Aufstiegs des britischen Königreiches durch die Kolonien gefallen. In Deutschland war dies durch die zerfahrenen politischen Verhältnisse, es gab ja noch kein einheitliches Staatsgebilde, kaum möglich.

Richard Strebel, ein bedeutender Mitstreiter von Josef Berta, erinnert in seinem 1904/1905 erschienen Buch „Die Deutschen Hunde und ihre Abstammung“ an die Anfänge der Pinscherzucht in Deutschland aus der Zeit um 1878. Damals fielen in den Würfen noch viele boxerähnliche, die auch gelbrot mit schwarzer Maske sein konnten und meist eine Mopsschnauze hatten. Lange dauerte es, bis diese ungebetenen Gäste ausblieben. Doch damals war, wie ja auch schon Josef Berta es beschrieben hat, die Zucht der ausländischen, insbesondere der Englischen Hunderassen Mode und man vergaß die heimischen Rassen fast völlig. Als letzte heimische Hunderasse wurde wohl der Pinscher „wieder entdeckt“ , es mag daran gelegen haben, dass er ja eher ein Stallhund war, wozu er sich ja auch nach seinen Liebhabereien, seinem Charakter und seiner Behaarung nach ja auch besonders eignete.

Wie schreibt Strebel so schön: Er war ein Plebejer! (Anm.: Plebejer - lat. plebs „Menge, Volk“)

Was ja nicht unbedingt ein Mangel sein soll!

Der „Hauptsitz“ der Pinscher war zur damaligen Zeit Württemberg. Gerade „kleine Leute“ schätzten ihn sehr. Salonfähig wurde der Pinscher jedoch erst um 1882, als sich der Großzüchter Max Hartenstein aus Plauen mit seinem Zwinger „Plavia“ dieser Rasse annahm. Er brachte Schwung in die Zucht, in dem er gute Hunde für gutes Geld erwarb und auch eine Zwingeranlage aufbaute, die ihresgleichen suchte. Plötzlich kam der Pinscher in Mode!

1880 waren auch erstmals Rassemerkmale aufgestellt worden, wie im Deutschen Hundestammbuch festgehalten. Damals wurden folgende Merkmale beschrieben, die jedoch von denen des Pinscher-Klubs später abwichen:

Allgemeine Erscheinung:

Haltung neugierig und keck, wie beim kurzhaarigen Terrier. Beständig wachsam, ohne unnützen Lärm zu verursachen

Kopf:

Absatz zur Nase stark ausgesprochen, Auge mittelgroß, rund, mit scharfem Ausdruck

Rumpf:

Rücken mäßig gewölbt

Haar:

Möglichst hart. In rauhen, unregelmäßigen Zotten die Außenlinie des Körpers überragend

Ohren kurz und weich behaart

Farbe:

Rostgelb oder graugelb, Kopf, Füße und Unterseite meist heller oder grauweißlich gefärbt, ferner schwärzlich, eisengrau oder silbergrau, entweder einfarbig oder mit gelbbraunen oder blassgelben Abzeichen an Augen, Schnauze und Läufen wie beim Dachshund. Auch wohl einfarbig flachsblond und trüb grauweiß oder weiß mit schwarz gefleckt.

Als fehlerhaft sind bezeichnet:

doggenartige stumpfe oder zu spitze Schnauze, Doppelnase

 

Während es in England die erste Hundeausstellung bereits im Jahr 1859 gab, dauerte dies in Deutschland noch eine Weile. 1879 veranstaltete man bereits die 3. Internationale Hundeausstellung mit den ersten prämiierten Pinschern. Bei der Ausstellung 1880 wird der glatthaarige Pinscher ausführlicher behandelt. In den dort beschriebenen Merkmalen ist folgendes als erwünscht festgehalten:

Die Augen sollten „groß“ sein und der Rücken möglichst gerade. In der Farbe meist glänzend schwarz mit gelbbraunen Abzeichen, welche genau dem unseres Dachshundes entsprechen – bei übrigens gleich gebauten Hunden ist denjenigen der Vorzug zu geben, deren gelbe Abzeichen am farbigsten erscheinen und sich dem Rotbraun oder der Mahagonifarbe nähern; ebenso ist ein Vorzug, wenn die Abzeichen sich von der schwarzen Grundfarbe ohne irgend einen bronzefarbigen oder gelbgesprenkelten Übergang plötzlich und bestimmt getrennt absetzen. Weniger geschätzt ist die dunkelbraune Färbung mit gelben Abzeichen, und noch weniger die einfarbig gelbe oder gelbrote Farbe. Weiße Abzeichen sind niemals zulässig. Fehlerhaft sind auch schwarze Flecken auf den gelben Abzeichen der Läufe

 

Wichtig war Strebel, dass man die Merkmale der glatthaarigen vor die der rauhaarigen stellte, denn: … der erstere zeigt die Form, wie sie sein soll, bei ihm sehen wir am klarsten die Umrisse und am schnellsten die Veredelung der Formen. Sehr verkehrt ist es, dem glatthaarigen andere Formen unterlegen zu wollen als dem rauhaarigen. Er wird, wenn er erst selbständig gezüchtet und wenn er nicht, wie es leider bis heute zumeist der Fall, nur ein Nebenprodukt der rauhaarigen ist, formbestimmend für die rauhaarigen werden.

Eine sehr wichtige Aussage auch für die heutige Zucht!

Die erste Spezialschau für Pinscher wurde mit einer Teilnehmerzahl von 93 erschienenen Hunden am 16. September 1900 in Stuttgart abgehalten.

Auffallend war wie lange es in der Pinscherzucht brauchte, um sich zu einer einheitlichen Form durchzuringen. Es dauerte bis Ende des 19. Jahrhunderts um erste gleichmäßige Würfe zu erzielen. Dies war ein großer Schritt vorwärts, denn vorher waren die Würfe oftmals ein Überraschungspaket mit allen Arten der verschiedenen Behaarungen oder Farben in einem Wurf!

Ende des 19. Jahrhunderts begann man nun auch verstärkt die Züchtung der verschiedenen Haar- und Größentypen der Rasse Pinscher herauszuarbeiten. So entstanden neben dem „Pinscher“ in seiner rauhaarigen Form als Urform unseres heutigen Mittelschlag-Schnauzers der glatthaarige Pinscher als Urform unseres Deutschen Pinschers noch der Seidenhaarige Pinscher, der mittlerweile ausgestorben ist, die beiden Zwergpinscher in der glatt- und in der rauhaarigen Form. Letztere als Urform unseres heutigen Zwergschnauzers.

 

Nachdem wir nun die Geschichte des Ursprungs der Pinscher und Schnauzer bis zur Aufteilung in die verschiedenen Typen verfolgt haben, wenden wir uns nun alleine der weiteren Entwicklung der Zucht der Zwergpinscher zu.

In Farbe und Form soll er die Verkleinerung des großen Pinschers darstellen mit dessen körperlichen Vorzügen des Gebäudes ohne die Mängel zwerghafter Bildungen und Erscheinungen. Dies stand schon so in den Rasse-Kennzeichen von 1923 und hat auch heute noch Gültigkeit.   

Pinscher-Schnauzersippe_1924
Pinscher-Schnauzersippe 1924, gezeichnet von Richard Strebel
(Quelle: Schnauzer und Pinscher, Heinz Höller)

Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Denn jede Zwergform führt mehr oder weniger schnell zum Kretinismus, wenn man sie nicht an einen größeren Schlag anlehnt. Sonst wird sie – optisch vor allem -  nichts weiter als ein stehen gebliebenes Kindheitsstadium werden. Je kleiner ein Zwerg gezüchtet wird, desto stärker treten all die Gebrechen und Missbildungen auf, die Zwergformen anhaften können.

Zur Zeit Josef Bertas und Richard Strebels waren die Zwergformen unserer Pinscher keine Schönheiten. Das Publikum bestimmte mehr und mehr das züchterische Tun, Herausgekommen war ein Winzling mit Apfelkopf, glotzenden Schuhknopfaugen und dünnen, zittrigen Bleistiftbeinchen. Dazu kam dann oftmals noch die verheerende Wirkung der immerwährend zugesteckten Inhalte diverser Keks- oder Pralinendosen. Als Begleiter von Damen waren sie mehr auf dem Arm und auf Sofakissen zu Hause als auf ihren Beinchen laufend unterwegs. Ausstellungen absolvierten sie mit Schleifchen geschmückt auf dem Arm ihrer Besitzerinnen oder in einem geschmückten Käfig.

Es war schon revolutionär, als Josef Berta als Richter die Zwerge auf dem Boden zu richten wünschte, stehend und in Bewegung. Er muss ein Mann mit hohem Durchsetzungsvermögen gewesen sein, um gegen alle Widerstände und Hindernisse hinweg mit seinen Forderungen Erfolg zu haben. Während sich vordem vor allem lokale Klubs um die Zwerghunderassen kümmerten wurden die Pinscher nun ja von einem „Dachverband“ aus geführt.

Die Vernunft setzte sich durch, die Verpaarung von solch, fast schon als degeneriert anzusehenden Hunden musste zwangsläufig in die Sackgasse völliger Verformung führen. Harmonie und Proportionen  wären dahin. Mit beispielloser Zähigkeit verfolgte Josef Berta jedoch sein Ziel und setzte sich durch. 1906 veröffentlichte das „Frankfurter Sportblatt“ ein Interview mit ihm, bei dem er seinen Idealtyp des Zwergpinschers erläuterte:

Ich nenne den Zwergpinscherkopf elegant, der entsprechend dem quadratischen Gebäude, der kräftigen, bolzengeraden Front, der gesunden, leicht gewinkelten Hinterhand, dem sehnigen Rücken, dem keck und muskulös aus der Schulter strebenden Hals, die Linien züchterischer Kunst an sich trägt, der als Ganzes in diese Harmonie hineinpasst und an sich harmonisch und ästhetisch wirkt, bei dem der Hinterkopf nicht allein zur Geltung kommt, der Fang nicht unvermittelt wie ein Spatzenschnabel eingesetzt ist – ich will einen Kopf und nicht bloß einen Hinterkopf mit einem Mopsaugenpaar, einen Kopf mit einem gut ausgebildeten Fang, der sich kräftig aus dem Schädel herausentwickelt; wenn diese beiden, fang und Hinterkopf, zusammenpassen, sich zum linienschönen Kopf verbinden, ist ein einheitliches und harmonisches Ganzes geformt, ein Vollbild der Zucht geschaffen!

Mit dieser Meinung war Josef Berta dem damaligen Pinscherbild noch um Jahre voraus – doch er legte damit die Linie fest, auf der sich das züchterische Schaffen in den folgenden Generationen entwickelte. Wohl nach dem Motto „Viel Feind – viel Ehr“ ging er voran und hatte in den Anfängen nur wenige Mitstreiter, die seinen züchterischen Weg mit beschritten. Allen voran ist hier Ernst Kniß aus Leipzig mit seinem Zwinger „Klein-Paris“ zu erwähnen, hinzu kam Ernst Mohr aus Wiesbaden mit seinem Zwinger „Rheingold“.  Später folgten die Zwinger „Walhalla“ von Th. Grafwallner aus Pfaffenstein, „v. d. Dryburg“ von Elise Temperhaus in Langensalza (Thüringen), „v. d. Leichtweißhöhle“ von Theodor Heß aus Bierstadt bei Wiesbaden, „Norm“ von Georg Pfister aus Schweinfurt und „Goldenes Mainz“ von Willi Nollert aus Mainz, um nur einige wenige zu nennen.

 

Der Zwinger „Rheingold“ zerfiel leider nach dem tragischen Ende seines Besitzers, glücklicherweise konnten einige seiner besten Zuchthunde bei anderen Zwingern der Zucht erhalten bleiben.

  

 

 

Stammbaum_LGM
Original-Stammbaum von "Lotty Goldenes Mainz", geboren am 08.11.1919
(dieser Original-Stammbaum befindet sich in meinem Besitz)

Der Zwergpinscher gewann rasch immer mehr Liebhaber, damit gab es auch schnell immer mehr Züchter der nun recht beliebten Rasse. Strebel erwähnt folgendes über seinen eigenen Zwergpinscher, Tugendwächter Kienbichl:

Der Charakter aller Zwergpinscher ist vorzüglich: mutig, sehr wachsam, äußerst lebendig; verbunden mit absoluter Unbestechlichkeit und großer Liebenswürdigkeit. Die Größe die noch zum Begleithund taugt, liegt zwischen 4-5 kg. Ich habe z. Z. einen solchen von 4,8 kg, dieser geht stundenlang mit, ist unermüdlich und von größter Lebendigkeit; solcher Hund macht Freude.

Hier erwähnt er auch zum ersten Mal die Eignung des Zwergpinschers als Begleithund – eine Einordnung, die die Zucht später noch maßgeblich beeinflussen sollte.

 

So war vor dem Ersten Weltkrieg der Zwergpinscher schnell zu einem Modehund geworden, auf Ausstellungen traf man nicht selten 50 und mehr Zwerge an, die zu richten waren. Wenige berufene Richter hatten es in der Hand, die hehren Ziele, die Josef Berta vorgegeben hatte, mit ihren Beurteilungen anzustreben. Allerdings muss man festhalten, dass die Welpenzahlen in den Jahren vor 1914 kaum mehr als 150 Tiere pro Jahr umfassten.

Doch die erste Blüte währte nur kurz. Wie bei fast allen Hunderassen zog auch dieser Weltkrieg seine Schneise durch das züchterische Schaffen. Umso erstaunlicher war die Renaissance des Zwergpinschers in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Die Welpenzahlen stiegen rasant auf bis zu 1250 Tiere Mitte der 20er Jahre an – nur um gegen Ende des Jahrzehnts drastisch wieder auf ca. 300 bis 500 Welpen pro Jahr abzufallen. Auf diesem Niveau pendelten die Welpenzahlen bis gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Sicher hat der Zwergpinscher in den Kriegsjahren mancher Soldatenfrau über einsame Stunden hinweggeholfen. Er war zudem einfach und vor allem billig zu ernähren. In den ganz harten Zeiten wird sicher der eine oder andere Zwerg seine eigentliche Profession des Mäuse- und Rattenfangs wieder zur Nahrungssuche aufgenommen haben.  

 

DarlingExcelsior Prinz2Herzhof
Sieger
Darling Excelsior

Besitzerin Frau Jordan, Frankfurt/M.
(Quelle: Pinscher Schnauzer Zuchtbuch - Erster Band v. 1924)

Prinz II von Herzhof

Züchterin und Besitzerin Frau Jordan, Frankfurt/M.
(Quelle: Pinscher Schnauzer Zuchtbuch - Erster Band v. 1924)

Estel Herzhof Aston Phönix
Siegerin
Estel von Herzhof

Züchterin und Besitzerin Frau Jordan, Frankfurt/M.
(Quelle: Pinscher Schnauzer Zuchtbuch - Erster Band v. 1924)

Aston Phönix

Züchter und Besitzer R. Planer, Mannheim
(Quelle: Pinscher Schnauzer Zuchtbuch - Erster Band v. 1924)

LoryFalkenstein JeanFalkenstein
Lory von Falkenstein

Züchter und Besitzer Otto Baero, Nürnberg
(Quelle: Pinscher Schnauzer Zuchtbuch - Erster Band v. 1924)

Jean von Falkenstein

Züchter und Besitzer Otto Baero, Nürnberg
(Quelle: Pinscher Schnauzer Zuchtbuch - Erster Band v. 1924)

SternAffentor
Sieger und Jahressieger 1924
Stern vom Affentor - rot

Züchter Schott, Frankfurt/M., Besitzerin Frau E. Büttner, Frankfurt/M.
(Quelle: Pinscher Schnauzer Zuchtbuch - Erster Band v. 1924)

 Diese Einstufung ist jedoch aus der Geschichte begründet. Als man in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts den Pinscher beim AKC einführte, gab es keine „Pinscher- und Schnauzer-Gruppe. So wurde der Zwergpinscher zunächst 1925 in die Terrier-Gruppe eingegliedert, was wiederum daran lag, dass der Pinscher damaliger Zeit zu „Pinscher gemäß“ war und auch zu wenig „Toy-Charakteristika“ aufwies um in die Toy-Gruppe eingegliedert zu werden. Aber auch in der Terrier-Gruppe war der Pinscher ja irgendwie fehl am Platz. So wurde er 1930 doch in die Toy-Gruppe umgesetzt. Da es nur wenige Züchter zur damaligen Zeit in den USA gab fand sich der Miniature Pinscher Club of America inc. erst 1929 zusammen!

Wenn man Bilder der amerikanischen Zwergpinscher-Linien mit denen aus Deutschland vergleicht, erkennt man, aus den unterschiedlichen Eingruppierungen und Zuchtzielen folgend, deutliche Auswirkungen auf die Gesamterscheinung. Insbesondere die Kopf/Körperproportion und die Kopfform sind hiervon betroffen. Dazu kommt, dass der Amerikanische Kennel Club (AKC) der FCI als internationaler Dachorganisation der kynologischen Fachverbände nicht beigetreten ist sondern nur als assoziiertes Mitglied geführt wird, somit werden zumindest die Ahnentafeln der Hunde gegenseitig anerkannt. Der AKC hat jedoch einen eigenen Standard für den Zwergpinscher aufgestellt. Der Zwergpinscher im AKC-Standard hat feinere, zartere Knochen und einen kleineren Kopf.  

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Ch. Jay-Mac`s Rambling Rose

(Quelle: The Miniature Pinscher von Dr. J. Hungerland)

Ch. Bo-Mar`s Drummer Boy

(Quelle: The Miniature Pinscher von Dr. J. Hungerland)

Eine weitere Zäsur in die Hundezucht in Deutschland brachte das Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Teilung Deutschlands durch die Schließung der Zonengrenzen durch die damalige Sowjetunion brachte den gesamten Austausch von Informationen und Waren mehr oder weniger völlig zum erliegen. Hinzu kam, dass in der sowjetischen Besatzungszone schon 1946 die Spezialzuchtgemeinschaft (SZG) Schnauzer-Pinscher gegründet wurde. Zuchtbuchmäßig war man noch an die Geschäftsstelle des PSK angegliedert. In der damaligen „Ostzone“ wurden ab 1948 schon wieder erste Ausstellungen abgehalten – mit dem Titel „Ostzonen-Sieger“.

Das erste eigenständige Zuchtbuch der DDR für Pinscher und Schnauzer erschien 1951. Darin waren auch alle Würfe, die vor 1950 geboren wurden, enthalten. An Zwergpinschern gab es damals die beachtliche Zahl von 695 Eintragungen!

Doch die Zucht in der DDR blieb auch vor den Auswüchsen des „Kontrollstaates“ mit seiner Mangelwirtschaft nicht verschont. War man zunächst der VDGB, der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe, zugeordnet, folgte ab 1955 der neue Verband für Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK). Was dazu führte dass man sich mehr mit der Administration beschäftigte als Interesse am Gärtner, Siedler oder gar am Hund zu zeigen. Die Zuchtbuchstellen führten ehrenamtlich die Züchter einzelner Rassen  – man stelle sich das einmal vor! Gedruckte Zuchtbücher gab es bis 1966, geführt von Herrn Schmiedinghof, in den Folgejahren wurden die Zuchtbücher im sog. Romikverfahren hergestellt - wer sich an die guten alten Salmiakumdrucker erinnern kann, die von Lehrern früher gerne verwendet wurden, so ähnlich mag das Verfahren gewesen sein. Schlecht lesbar und nur begrenzt in der Zahl der Vervielfältigungen. In Schnellheftern abgelegt bekamen die Züchter diese Umdrucke. Ab 1972 gab es keine Zuchtbücher mehr für Züchter, nur die Zuchtwarte erhielten noch die Umdrucke zur Information, die Planwirtschaft der ehemaligen DDR brauchte das Papier für Wichtigeres.

Frau Monika Felsche (Zwinger „vom Rohrteich“ – Riesenschnauzer und Zwergschnauzer) in Gommern erinnert sich noch gut an diese Zeiten. 1977 wurde Sie gefragt, die Führung des Zuchtbuches für die Schnauzer- und Pinscherrassen zu übernehmen. Nun, sie wartete bereits, wie viele Züchterkollegen auch, seit zwei Jahren auf Wurfeintragungen und Papiere für eigene Würfe und sagte zu. Was sie sich damit aufhalste kann man kaum ermessen, denn das Versprechen des VKSK, ihre Arbeit zu unterstützen, wurde nie eingehalten. Sogar auf die dringend benötigte Schreibmaschine wartete Frau Felsche über ein Jahr – und es bedurfte mehrerer Anträge um dann endlich eine (Anm.: wir sind Ende er 70er Jahre – der PC stand bereits in Lauerstellung!!!) mechanische Schreibmaschine Typ „Erika“ zu erhalten!

Mühsam erstellte Frau Felsche die Zuchtbücher zurück bis 1975. 1980 gab es dann kein Papier mehr für die Umdrucke. Eigeninitiative war gefragt um Unmögliches möglich zu machen und Züchterkollegen die dringend benötigten Informationen zukommen zu lassen.

Frau Felsche ist es zu danken, dass viele wichtige Unterlagen der Pinscher- und Schnauzerzucht aus der ehemaligen DDR auch heute noch existieren – die Vernichtungswut nach der Wende machte leider auch vor solch „staatstragenden Unterlagen“ keinen Halt. Mit der nötigen Chuzpe und sicher auch mit einem Augenzwinkern dem alten Verwaltungssystem gegenüber hat Frau Felsche etliche dieser Unterlagen für die Pinscher- und Schnauzerzucht gerettet!

Aus den Zahlen der Jahre 1975 bis 1990 lässt sich eine recht gute züchterische Aktivität erkennen. Die Wurfzahlen pendeln anfangs zwischen 41 und 66  Würfen mit einer Gesamtwelpenzahl zwischen 160 bis 230 Welpen, um dann ab ca. 1985 auf bis 26 Würfe mit 89 Welpen hin abzufallen. Man muss aber noch anmerken, dass in der ehemaligen DDR bei den Pinschern und Schnauzern nur max. 6 Welpen pro Wurf liegen bleiben durften - was jedoch bei den Zwergen  wohl weniger ins Gewicht gefallen sein dürfte.

Nach der Wende wurden 1990 dann schon wieder die ersten Würfe ins Zuchtbuch des PSK eingetragen!

 

Im Westdeutschland der Jahre 1945 bis 1990 entwickelte sich die Zucht nie mehr auf den Level, den sie zu Beginn der 20er Jahre hatte. Mit einem Maximum an Welpen um 1947 mit ca. 700 Tieren ging die Zahl wieder zurück auf ca. 250 Welpen um 1952. Mit jährlichen Schwankungen stieg die Zahl wieder auf über 600 Welpen im Jahr 1970. Dies war auch das letzte Jahr mittlerer Blüte beim Zwergpinscher. Seitdem sind die Zahlen beständig zurückgegangen um sich seit der Mitte der 80er Jahre auf 200 bis 300 Welpen pro Jahr einzupendeln. 2007 gab es einen Tiefstand mit nur 192 Welpen. 

Pinscher-Schnauzerfamilie_1980
Die Pinscher-Schnauzerfamilie 1980, gezeichnet von Marlies Esser

(Quelle: Schnauzer und Pinscher, Heinz Höller)

In diese Jahre fiel auch die Einführung des Kupierverbotes zum 01.01.1987. Lange und zum Teil erbitterte Diskussionen zwischen Züchtern, Jägern, Tierschützern und Politikern gingen voraus. Im Pinscher-Schnauzer-Klub war dieses Jahr eine Zäsur, die Welpenzahlen gingen drastisch zurück, beim Zwergpinscher um 84 Welpen (24 %)! Viele Züchter im PSK gaben auf, das Aussehen der Hunde mit nunmehr unkupierten Ohren und Ruten hatte sich doch erheblich geändert. Auch das Publikum musste für die unkupierten Hunde neu gewonnen werden, was bei einigen Rassen gut gelungen ist, dem Zwergpinscher gelang jedoch in Deutschland keine wirkliche Renaissance.

Anders in Skandinavien, wo er wesentlich häufiger zu sehen ist als in Deutschland und die Zucht dort eine höhere Priorität hat. Auch in den ehemaligen "Ostblock-Staten" gewinnt der Zwergpinscher immer mehr Anhänger und Züchter, jedoch darf dort teilweise noch kupiert werden. Die Diskussion,  die in Deutschland schon geführt wurde, steht dort noch aus. Da in Deutschland und einigen anderen Staaten jedoch keine kupierten Hunde auf Ausstellungen vorgestellt werden dürfen, ist der indirekte Druck vorhanden, die Züchter anderer Länder, vor allem der ehemaligen Ostblockstaaten, nach und nach zum unkupierten Hund zu bewegen.  

Allerdings war es ein deutscher Zwinger, der in den vergangenen 30 Jahren einen großen Einfluss auf die Pinscherzucht  hatte, Egon Großekathöfer mit seinem Zwinger  „vom Cronsbach“. In vielen Linien weltweit sind Hunde aus seiner Zucht zu finden, ich möchte hier vor allem seinen Rüden „Robi vom Cronsbach“ erwähnen. Dieser verhalf unter anderen einem anderen Zwinger zu weltweiter Geltung: David Efrat aus Israel mit seinem Zwinger „Me Beit Hamaayan“. Letzterer verband amerikanische Linien mit alten deutschen Linien und brachte etliche Hunde hervor, die, verteilt über die ganze Welt, Championtitel errangen und heute in vielen Ahnentafeln zu finden sind. Altersbedingt sind beide Züchter jetzt etwas kürzer getreten, andere sind berufen, die Fahne der Zwergpinscherzucht hochzuhalten.

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Barbit Me Beit Hamaayan
18.02.1990

 

Yaziv (Jaziv) Me Beit Hamaayan

MBHJaciv

Robi von Cronsbach 
Nadia Me Beit Hamaayan

 
Veline von Cronsbach

Negus von Cronsbach
 Peggy von Frauendorf

 

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Sahar Me Beit Hamaayan
23.03.1990

 Robi von Cronsbach  

Vasko von Cronsbach

CronsbachVasko2

 
Ebba von Cronsbach
 

Dusha Me Beit Hamaayan

MBHDusha

Havard of Oak Hill
OakHillHarvard

Zmira Me Beit Hamaayan

So ist der Zwergpinscher bis heute eine Hunderasse geblieben, die in Deutschland zum Glück kein Modehund geworden ist! Doch viele glückliche Besitzer eines Zwerges wissen um die Qualitäten ihres Hundes und machen fleißig Werbung für diese tolle Rasse.

Zuchtziele damals und heute:
In ihren Anfängen bedurfte die Hundezucht keiner speziellen Zuchtmethoden. Sie regulierte sich von selbst, und zwar vor allem durch natürliche Selektion. Es folgte dann die Zeit der Rassegründungen und die neuen züchterischen Aufgaben bestanden darin, erwünschte Eigenschaften in den Rassen zu etablieren. Eine natürliche Selektion gab es nicht mehr und sie wurde auch durch keinerlei Zuchtmaßnahmen ersetzt. Andererseits waren die Züchter in der "Gründerzeit" so mit der Verwirklichung ihrer Zuchtziele beschäftigt, dass ihnen die Gefahren gar nicht bewusst wurden, die eine ungelenkte Rassezucht mit sich bringen kann. Opfer dieser Zucht sind heute einige Rassen, deren Hunde in Großteilen der Population an rassedisponierten Krankheiten leiden und übertypisierte Hunde, die heute als Qualzuchten anzusehen sind.

Als schließlich die wissenschaftlichen Voraussetzungen für die Zuchtlenkung vorhanden waren, fehlte es lange Zeit an Einsicht ihrer Notwendigkeit. Inzwischen ist jedoch zumindest bei allen verantwortungsvollen Züchtern auch diese vorhanden.

Das bedeutet, dass wir uns am Anfang einer neuen Zucht-Ära befinden, nämlich einer zeitgemäßen Hundezucht, die sich wissenschaftlicher Erkenntnisse bedienen kann und diese zu nutzen weiß. Es liegt in der Verantwortung der Züchter und Richter die Rasse so robust und gesund zu erhalten wie sie ist. 

So ist zu hoffen, dass in Zukunft wieder mehr Hundeinteressierte zum Zwergpinscher finden und auch die Welpenzahlen langsam und stetig -aber nicht explosionsartig- ansteigen. Wir alle wissen, was wir an unseren kleinen Wirbelwinden haben, die uns immer wieder begeistern, trösten, zum lachen bringen und soooooooo verschmust sein können! Hoffentlich bleibt dies noch lange so!